Vaterschaftstest Recht und Gesetze

Vaterschaftstests Recht



Ab Februar 2010 ist das sog. Gesetz über genetische Untersuchungen bei Menschen (Gendiagnostikgesetz – GenDG) gültig. Durch dieses Gesetz werden unter anderem die Pflichten und Rechte aller Beteiligten bei Abstammungsuntersuchungen festgelegt.

Heimliche Vaterschaftstests, bei denen beispielsweise ein minderjähriges Kind ohne Wissen der Kindesmutter getestet wird, sind nun unter Strafe gestellt. Alle am Test beteiligten Personen sind vor dem Test aufzuklären und müssen dem Test zustimmen. Bei Minderjährigen Kinder ist die sorgeberechtigte Person (z.B. die Kindesmutter) stellvertretend aufzuklären und muss dem Test im Namen des Kindes zustimmen. Das Vaterschaftslabor darf ohne die erfolgte Aufklärung und Zustimmung keinen Vaterschaftstest durchführen – bei Zuwiderhandlung drohen sowohl dem Auftraggeber als auch dem durchführenden Labor empfindliche Strafen.

Das Gesetz legt außerdem fest, wie mit den entnommenen Proben zu verfahren ist. Diese müssen beispielsweise nach Beendigung der Analyse vernichtet werden bzw. direkt, wenn die entsprechende Person es wünscht und ihre Einwilligung zur Untersuchung zurücknimmt.

Das Gendiagnostikgesetz enthält außerdem verbindliche Regelungen zur Qualität der Vaterschaftslabore. Alle Labore, die Abstammungsuntersuchungen durchführen, müssen die Qualität der Analyse durch eine Akkreditierung nachweisen. Dazu wird ein Qualitätsmanagement-System im Labor eingeführt, das von einer externen Organisation geprüft wird. Außerdem erfolgen in regelmäßigen Abständen Prüfungen vor Ort, um eine gleichbleibend hohe Qualität und Einhaltung der entsprechenden DIN-Norm (für Vaterschaftslabore: DIN/ISO 17025) zu gewährleisten. Dazu gehören u.a. die Kompetenz und Qualifizierung der Mitarbeiter, die korrekte Durchführung der Analysen, die korrekte Probenlagerung und Vernichtung, sowie das Vergeben von Zugangsberechtigungen zum Laborbereich und Schutz der EDV-Daten.

Das Gendiagnostikgesetz beinhaltet noch eine Übergangsfrist, ab Februar 2011 ist die Akkreditierung aber für alle Vaterschaftslabore zwingend vorgeschrieben.